Die bekannte saudische Menschenrechtsaktivistin Loujain al-Hathloul hat in den USA eine Anklage gegen drei ehemalige NSA-Mitarbeiter sowie die in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ansässige Sicherheitsfirma DarkMatter eingereicht. Ihr Vorwurf: die drei ehemaligen US-Geheimdienst- und Militärbeamte hätten im Rahmen ihrer Tätigkeit für DarkMatter dieser Firma dabei geholfen, dass ihr Mobiltelefon gehackt und so ihr Aufenthaltsort ausspioniert werden konnte.
Als Folge der Ortung ihres gehackten Mobiltelefons wurde sie 2018 von Sicherheitsbeamten der VAE in Haft genommen und nach Saudi-Arabien ausgeliefert. Dort wurde sie zu mehr als 5 Jahren Haft verurteilt und gefoltert.
Der Ablauf dieses Falls von Mobiltelefon-Hacking wurde bereits 2019 von Reuters untersucht und beschrieben. Bei dem Fall kam eine Technik zum Einsatz, welche die Kaperung des Gerätes ohne Mithilfe des Opfers erlaubt ("Zero Click").
Die drei ex-NSA-Mitarbeiter gaben in einem separaten Gerichtsverfahren in den USA bereits zu, den VAE Computer-Hacking-Technologie zur Verfügung gestellt zu haben, ohne die hierfür nötigen Lizenzen zu besitzen. Die drei ehemaligen Beamten wurden zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.7 Millionen USD verurteilt.
Die Anklage der Menschenrechtsaktivistin gegen die drei Ex-Beamten und DarkMatter lautet u.a. auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstoß gegen das US-amerikanische Anti-Hacking-Gesetz CFAA (Computer Fraud and Abuse Act). Unterstützt wird sie bei dem Verfahren von der gemeinnützigen Organisation Electronic Frontier Foundation (EFF - Organisation für digitale Privatsphäre, Meinungsfreiheit und Innovation). Eingereicht wurde die Klage im US-Bundesstaat Oregon.
Die Aktivistin ist seit 2020 wieder aus dem Gefängnis frei, darf allerdings Saudi-Arabien nicht verlassen und ist mit weiteren Einschränkungen belegt.