Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
Vorfall
Ein schwerwiegender IT-Fehler im britischen Verteidigungsministerium (MoD) hat die Sicherheit zahlreicher britischer Elitesoldaten, Geheimdienstmitarbeiter und Regierungsbeamter über Jahre hinweg gefährdet. Am 22. Februar 2022 wurde versehentlich eine unverschlüsselte Excel-Datei versendet, die sensible Informationen über Angehörige von Spezialeinheiten, MI6-Agenten, SAS-Mitglieder sowie hochrangige Ministerialbeamte enthielt.
Die Panne blieb lange unentdeckt. Erst im August 2023 reagierte das MoD, nachdem Teile der Daten über Taliban-nahe Facebook-Konten kursierten. Zum Schutz der betroffenen Kräfte verhängte die Regierung ein striktes Berichtsverbot – selbst über dessen Existenz durfte nicht berichtet werden.
Gerichtliche Analysen im Juni 2024 ergaben, dass die betroffenen britischen Personen durch die Veröffentlichung potenziell identifizierbar und damit gefährdet waren. Erst im Juli 2025 entschuldigte sich Verteidigungsminister John Healey (Labour) öffentlich für das Versagen seines Ministeriums und die jahrelange Vertuschung durch die Vorgängerregierung.
Neben den britischen Geheimträgern waren auch bis zu 100.000 Afghanen von dem Datenleck betroffen.