Die IT-Sicherheitsaktivistin Lilith Wittmann vom IT-Sicherheitskollektiv "Zerforschung" hat herausgefunden, dass die Schülernetzwerk-App Scoolio gravierende Sicherheitsmängel aufwies. So waren die personenbezogenen Daten von 400.000 minderjährigen Schülerinnen und Schülern ungeschützt im Netz verfügbar. Der Grund dafür war ein API-Fehler. Exponiert wurden u.a. E-Mail-Adressen der Benutzer und deren Eltern, GPS-Standortdaten, Name der Schule und Klasse, persönliche Interessen, Universally Unique Identifier (UUID) und Persönlichkeitsmerkmale (Herkunft, Religion usw.).
Scoolio ist eine Plattform für Hausaufgabenplanung, Notenübersicht, Klassenchat und Nachhilfe-Vermittlung. Die Entwicklung der App wurde teilweise mit öffentlichen Mitteln gefördert. Eine weitere Quelle der Finanzierung ist die umstrittene Platzierung von zielgerichteter Werbung auf Basis der Daten der Schülerinnen und Schüler.
Die Plattform-Betreiber haben der Aktivistin ausdrücklich für die Offenlegung der Konfigurations-Fehler gedankt und die Sicherheitslücke geschlossen. Aufgrund der Kooperation der Scoolio GmbH hat der Datenschutzbeauftragte Sachsens auf Maßnamen und die Verhängung eines Bußgeldes verzichtet.