Dem ehemaligen Chief Security Officer von Uber drohen wegen seiner Beteiligung an der Vertuschung eines Cyber-Angriffs und dem damit verbundenen Diebstahl von 57 Mio. User-Datensätzen sowie den Daten von mehr als 500.000 Fahrern, der Behinderung der Justiz und des Überweisungsbetruges eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren.
Der genannte Cyber-Angriff gegen Uber fand im Jahr 2016 statt. Die Daten wurden mit Hilfe der gestohlenen Zugangsdaten eines Software-Ingenieurs, der für Uber arbeitet, aus einem Cloud-Storage-Bucket abgeschöpft.
Das US-Justizministerium wirft dem Angeklagten vor, dass er von dem Angriff gewusst habe, sich mit den verantwortlichen Hackern jedoch darauf einigte, dass diese die gestohlenen Daten gegen eine Zahlung von 100.000 USD in Krypto-Währung nicht offenlegten. Um keinen Vedacht zu erregen, gab der ehemalige Chief Security Officer vor, dass die Zahlung eine Prämie an legitime Forscher für die Aufdeckung einer Sicherheitslücke sei. Er verstieß damit u.a. auch gegen ein kalifornisches Gesetz, welches dort ansässige Unternehmen dazu verpflichtet, Datensicherheitsvorfälle zu melden. Desweiteren versuchte der Angeklagte, die Entscheidungsfindung seines Nachfolgers zu beeinflussen.
Die für den Cyber-Angriff verantwortlichen Hacker wurden zwischenzeitlich im Zusammenhang mit einer Cyber-Attacke auf LinkedIn festgenommen.
Nachtrag vom 26. Juli 2022:
Uber hat sich außergerichtlich mit den Bundesermittlern geeinigt, um den Rechtsstreit beizulegen. Der Konzern verpflichtet sich im Gegenzug zur Umsetzung eines umfangreichen Datenschutzprogramms.
Nachtrag vom 06. Oktober 2022:
Der ehemalige Chief Security Officer von Uber wurde am 05. Oktober 2022 für schuldig befunden, die Arbeit der Federal Trade Commission behindert und die Behörde nicht ausreichend informiert zu haben. Ihm droht nun eine mehrjährige Haftstrafe.
Nachtrag vom 15. Mai 2023:
Die Gefängnisstrafe des Sicherheitschefs wurde nun auf eine 3-jährige Bewährungsstrafe geändert.