Ubiquiti, ein Unternehmen, das vor allem für seine Netzwerkgeräte und Cloud-Management-Plattform bekannt ist, ist Opfer eines Cyber-Angriffs geworden, bei dem sich die Hacker Zugang zu Systemen des Unternehmens verschafft hatten, die über einen externen Clouddienstleister gehostet wurden.
Wie das Unternehmen seinen Kunden nun mitteilte, kann nicht ausgeschlossen werden, dass ihre Daten bei dem Vorfall exponiert wurden. Zu den möglicherweise betroffenen Daten gehören die Namen, die postalischen und E-Mail-Adressen, die gehashten Passwörter und die Telefonnummern. Gegenwärtig liegen jedoch keine Hinweise dafür vor, dass die Angreifer auf Kundendaten zugegriffen haben.
Ubiquiti forderte seine Kunden aus Sicherheitsgründen dazu auf, ihre Passwörter zu ändern und Zweifaktorauthentifizierung zu verwenden.
Nachtrag vom 12.04.2021:
Ubiquiti hat bestätigt, dass die Hacker einen Erpressungsversuch unternommen hatten, indem sie drohten, mutmaßlich gestohlenen Quellcode und IT-Credentials zu veröffentlichen. Um dies zu verhindern, sollte das Unternehmen 50 Bitcoins an sie zahlen. Dieser Forderung war Ubiquiti nicht nachgekommen. Dabei wird der Umstand, dass nicht mit dem Leaken von Kundendaten gedroht wurde, als Indiz dafür gewertet, dass diese vom Vorfall nicht betroffen waren.
Nachtrag vom 04.02.2023:
Ein ehemaliger Mitarbeiter und Softwareentwickler des Unternehmens hat sich in einem Gericht schuldig bekannt, die Tat im Dezember 2020 selbst ausgeübt zu haben. Er habe laut eigenen Informationen unberechtigt Daten aus dem Firmennetzwerk heruntergeladen und sich später dann selbst als Hacker präsentiert um ca. 2 Mio USD in Bitcoin zu erpressen. Der Mitarbeiter hat versucht seine heimische IP-Adresse mit der Hilfe eines VPN's zu verbergen, jedoch wurde diese offengelegt als ein Internetausfall passierte.
Der kapitalisierte Marktwert des Unternehmens sank 2021 aufgrund der Attacke um 4 Mrd. USD.
Update vom 02.09.2024:
Der ehemalige Angestellte Nickolas S. wurde 2023 zu sechs Jahren Haft im Fall des Angriffs verurteilt, woraufhin ihm drei Jahre Überwachung in der Freiheit bevorstehen. Zusätzlich muss er 1.590.487 USD zahlen.