Vergangenes Jahr vor der Wahl des CDU-Vorsitzenden hatte die Werteunion, ein eingetragener Verein, in dem sich hauptsächlich konservative Anhänger der CDU und CSU versammeln, unter ihren Mitgliedern eine Umfrage durchgeführt, bei der diese nach ihrem favorisierten Kandidaten befragt wurden.
Zu einer Überraschung kam es dabei weniger bzgl. des von Anhängern des konservativen Interessenverbands erwartbaren Ergebnisses (Friedrich Merz führte hier mit großem Abstand vor Norbert Röttgen und Armin Laschet), sondern beim Aspekt der Datensicherheit: Denn neben den Umfrageergebnissen landeten auch alle detaillierten Antworten der über 1000 Teilnehmer mitsamt deren Namen und E-Mail-Adressen im Netz. Dies geschah, obwohl etwa jeder dritte Befrage einer Veröffentlichung seiner Antworten und persönlichen Informationen ausdrücklich widersprochen hatte.
Wie der Werteunion-Vorsitzende Alexander Mitsch gegenüber t-online erklärte, kam es zu der Datenpanne, weil der Server, auf dem die Rohdaten zur Umfrage gespeichert waren, durch eine versehentliche Falschkonfiguration öffentlich zugänglich war. So ließen sich die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Rohdaten mittels einer einfachen Google-Suchanfrage auffinden.
Nach der Beschwerde eines Betroffenen muss der Verein nun damit rechnen, aufgrund von Datenschutzverstößen mit einem Bußgeld sanktioniert zu werden.