Am 9. Oktober 2026 (Donnerstag) traf ein DDoS-Angriff das kommunale Behördennetz des Landratsamts Cham in der Oberpfalz. Unbekannte Angreifer überfluteteten die Systeme mit automatisierten Anfragen aus rund 50 Ländern – darunter Brasilien, Indien, Mexiko, Argentinien, Irak und Bangladesch –, die über ein weltweites Netz kompromittierter Systeme gesteuert wurden.
In der Folge fielen E-Mail-Verkehr, Telefonie und Internetdienste zeitweise vollständig aus. Bürger konnten unter anderem die Online-Dienste der Kfz-Zulassungsstelle und der Führerscheinstelle nicht nutzen. Neben dem Landratsamt waren auch mehrere der 39 ans Behördennetz angeschlossenen Gemeinden des Landkreises betroffen.
Daten wurden laut Landratsamt nicht entwendet oder manipuliert. Die interne IT-Abteilung identifizierte gemeinsam mit externen Spezialisten und dem Internetprovider die Ursache und aktivierte zusätzliche Schutzmaßnahmen. Noch am selben Donnerstagnachmittag konnte der Regelbetrieb schrittweise wiederhergestellt werden.
Die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden laufen. Das Landratsamt kündigte an, seine Schutzmaßnahmen weiter auszubauen, unter anderem durch Investitionen in neue Abwehrsysteme.