Das brasilianische Flugzeugbauunternehmen Embraer, weltweit auf Platz drei größten Flugzeughersteller, wurde am 25. November 2020 Ziel eines Ransomware-Angriffs. Nachdem anfangs unklar blieb, um welche Art Angriff es sich dabei handelte, weisen spätere Berichte auf einen Angriff mit Ransomware hin. Laut eigener Aussage ergriff das Unternehmen unverzüglich nach Bekanntwerden des Vorfalls Gegenmaßnahmen, zu denen auch die Isolierung betroffener Systeme gehörte. Aufgrund dessen kam es nach dem Angriff zu einigen betrieblichen Störungen.
Die Höhe des ggf. geforderten Lösegelds wie auch die genaue Art der eingesetzten Ransomware ist bisher unbekannt. Embraer teilte mit, sich bis zum Abschluss der Ermittlungen nicht weiter zu den Details des Vorfalls zu äußern. Die Ransomware-Gang RansomExx, auch als Defray777 bekannt, veröffentlichte unterdessen im Dark web Teile der erbeuteten Daten. Darunter sind Fotos von Flugsimulationen, Verträge, Quell-Code sowie Daten von Mitarbeitern von Embraer.
Abgesehen von dessen Schwere ist der Vorfall auch deshalb brisant, weil Embraer erst kürzlich Investitionen in zwei auf Cyber-Sicherheit spezialisierte Unternehmen (Tempest Security und Kryptus) getätigt hat und dennoch nicht vor dem Angriff geschützt war.