Der Softwaredienstleister ION Group hat am 31. Januar 2023 bekanntgegeben, dass er Opfer einer Cyberattacke wurde. Das Unternehmen steuert die Automatisierung von Vorgängen bei Banken und anderen Finanzinstituten. In Folge des Angriffs wurden Server für den Derivatehandel vom Internet getrennt.
Durch den Ausfall der Systeme müssen Banken und Finanzdienstleister vor allem in Europa und den Vereinigten Staaten einige Teile des Handels mit Derivaten wieder manuell tätigen. Dadurch kommt es im internationalen Handel mit Derivaten zu erheblichen Verzögerungen.
Die LockBit Gruppe hat sich zu dem Vorfall bekannt und hat laut eigenen Angaben Daten von ION erlangen können. Die Daten werden bei ausstehender Zahlung am 4. Februar 2023 veröffentlicht. In welchem Unfang die Gruppe Daten kopieren konnte und ob sensible Daten von großen Finanzdienstleistern betroffen ist, ist unbekannt.
Nachtrag vom 04.02.2023:
Die Erpresser geben an, dass ION auf das Lösegeld eingegangen ist. Die tatsächliche Höhe der Summe ist jedoch nicht bekannt. Auf Nachfrage von Reuters, wer das Lösegeld gezahlt hat, gab Lockbit an, dass es von einem sehr reichen Philantrophen käme.