Im Rahmen der Strafverfolgung der Gruppe Qilin wurde bekannt, dass im September 2024 ein Logistik-Unternehmen aus Nordrhein-Westphalen von der Ransomware-Gang Qilin angegriffen wurde. Der dabei entstandene Schaden soll sich auf 100 Millionen USD belaufen. Die Erpresser forderten ein Lösegeld in Höhe von 165.000 USD in Bitcoin.
Bei den Ermittlungen fand die Polizei forensische Artefakte, welche ausschlaggebend für den Erfolg der Operation ALBUS war. Diese koordinierte internationale Untersuchung zielte darauf ab, die Akteure von Qilin zu identifizieren, nachzuverfolgen, verhaften und anklagen zu können.
Mit einem nicht näher bezeichneten digitalen oder finanziellen Hinweis gelang es den Ermittlern, die Infrastruktur zu analysieren und die Krypotransaktionen nachzuverfolgen. Diese führten zu einem Verdächtigen "Snake", der später als Vladimir K. identifiziert wurde. Dieser war hauptsächlich als Entwickler für die Gruppe tätig und erheblich an den Lösegeldzahlungen beteiligt.
Danach konnten Polizisten in den Computer von Vladimir K. einzudringen und drei weitere, sich in Russland aufhaltende Täter, zu identifizieren. Das Landeskriminalamt NRW und die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW überwachten die Nachrichten von Vladimir K. in Echtzeit. Dabei erfuhren sie, wie er plante, nach Japan zu reisen. Die Japanische Polizei konnte ihn im Mai 2026 in einem Hotel in Osaka festnehmen. Anfang Oktober 2026 wurde er dann an die deutschen Ermittlungsbehörden ausgeliefert. Ihm wird auch der Angriff das Krankenhaus Synnovis zur Last gelegt. Eine der verheerenden Folgen war das erste bekannte Todesopfer aufgrund eines Cyberangriffs.