Die Elektromärkte der zur Ceconomy AG gehörenden MediaMarktSaturn-Gruppe sind am 08.11.2021 das Opfer eines Ransomware-Angriffs geworden. Betroffen waren alle Landesgesellschaften von MediaMarktSaturn – die Gruppe betreibt 1.000 Märkte der Ketten „MediaMarkt“ und „Saturn“ in 13 europäischen Ländern.
Wie in offenbar internen Dokumenten, welche auf Twitter kursierten, dargestellt wurde, richtete sich der Angriff gegen mehrere Windows-Server, die mit einem Krypto-Virus infiziert wurden. Insgesamt seien 3.100 Server sowie das Kassen- und Warenwirtschaftssystem der Märkte in Deutschland und den Niederlanden betroffen. Die Mitarbeiter wurden angewiesen, die Kassen vom Netz zu nehmen und Computer nicht zu verwenden. Kreditkartenzahlungen, Warenbestellungen, Rückgaben und Abholungen waren teilweise nicht möglich. Die Läden blieben allerdings geöffnet und der Verkauf der Bestandsware ging weiter. Das Unternehmen teilte mit, dass interne und externe Experten intensiv daran arbeiteten, um den entstandenen Schaden zu zu idenitfizieren und zu analysieren. Die zuständigen Behörden wurden eingeschaltet. Mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen machte das Unternehmen keine weiteren Angaben.
Wie die Sprecherin des Unternehmens betonte, war der Online-Handel nicht von dem Angriff betroffen und lief uneingeschränkt weiter. Ob Daten abgeschöpft wurden, ist nicht bekannt.
Update vom 09.11.2021:
Laut einem Medienbericht forderten unbekannte Erpresser 50 Mio. US-Dollar in Bitcoin, um die verschlüsselten Daten wieder freizugeben. Über diese Forderung werde verhandelt, berichtete das niederländische Portal RTL Nieuws. Der Angriff auf MediaMarktSaturn sei mit Hilfe der Ransomware Hive erfolgt, welche erstmals im Juni 2021 auf einer Website des Tor-Netzwerks aufgetaucht ist. Ein Hinweis auf MediaMarktSaturn sei dort nicht zu finden. Ende August 2021 hatte das FBI vor Hive gewarnt.