Palermo war infolge eines Cyberangriffs am 3. Juni 2022 dazu gezwungen, alle IT-Systeme der Stadtverwaltung abzustellen. Die mit 1,3 Millionen Einwohnern fünftgrößte Stadt Italiens ist auch drei Tage nach der Attacke noch offline, obwohl IT-Experten der Kommune und externer Firmen gemeinsam fieberhaft an der Wiederherstellung der Systeme arbeiten.
Betroffen sind nach Meldungen lokaler Medien das Video-Überwachungsmanagement, die Einsatzzentrale der städtischen Polizei und alle Dienste der Gemeinde. Die Bürger können die Ämter derzeit nur per Fax erreichen. Besonders betroffen von dem Ausfall der Systeme sind die Touristen, da der Zutritt zu den Sehenswürdigkeiten und Museen nur über Online-Medien gesteuert wird, welche derzeit ausgefallen sind. Die Sperr-Schranken der Verkehrsbeschränkungszonen sind derzeit nicht aktiv.
Noch hat sich die Stadt Palermo nicht dazu geäußert, welcher Art der Cyberüberfall ist, welche Schäden verursacht wurden und ob ggf. Daten gestohlen worden sind. Auch zur Identität der Cyberkriminellen gibt es noch keine Informationen. Die bekanntgewordenen Details deuten allerdings auf einen Ransomware-Angriff hin.
Nachtrag vom 9.0Juni 2022:
Die Ransomware-Bande Vice Society hat die Verantwortung für den Cyberangriff auf die Stadtverwaltung von Palermo übernommen. Zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung war noch nicht bekannt, ob die Stadt Lösegeld bezahlt hat bzw. zahlen wird und ob die Systeme wieder in Betrieb genommen werden konnten.