Der kanadische IT‑Dienstleister Telus Digital hat am 11. März 2026 einen umfangreichen Datendiebstahl bestätigt. Die Hackergruppe ShinyHunters behauptet, bereits im Februar nahezu ein Petabyte (ca. 1000 Terabyte) an Informationen kompromittiert zu haben – darunter Kundendaten, Callcenter‑Mitschnitte, Quellcode und Finanzunterlagen von mindestens zwei Dutzend Unternehmenskunden. Die tatsächliche Datenmenge ist bislang nicht unabhängig überprüft. Laut Bleeping Computer lagen schon im Januar Hinweise auf einen Vorfall vor, doch Telus Digital reagierte nicht auf entsprechende Anfragen.
Nach bisherigen Erkenntnissen begann der Angriff mit gestohlenen Zugangsdaten für die Google‑Cloud, die aus früheren Leaks der Anbieter Salesloft und Drift stammen sollen. Mit diesen Credentials verschafften sich die Angreifer Zugriff auf BigQuery‑Systeme und setzten Telus anschließend mit einer Forderung von 65 Millionen Dollar unter Druck. Das Unternehmen betont, dass nur „begrenzte Systeme“ betroffen seien und der Betrieb normal weiterlaufe.
Telus arbeitet mit externen Forensikern und der Polizei zusammen, um den Vorfall aufzuklären. Betroffene Kunden werden informiert, während die Ermittler prüfen, welche Daten tatsächlich abgeflossen sind und ob weitere Systeme kompromittiert wurden.