Ein Cyberangriff auf die Achter Autohaus Software GmbH gefährdet Fahrzeugkäufer deutschlandweit. Der Zugriff auf die Daten erfolgt über Tenants der Software GeNeSys, die der Polizei zufolge eine Sicherheitslücke enthielt.
Die Angreifer erbeuteten sensible Kaufdaten aus einer weit verbreiteten Verwaltungssoftware für Autohäuser, darunter Auftrags- und Rechnungsnummern, Liefertermine sowie Kauf-, Zahlungs- und Finanzierungsbeträge. Zum genauen Umfang der entwendeten Daten und zur Zahl der betroffenen Kunden konnte die Polizei zum Zeitpunkt der Berichterstattung vom 14. Oktober 2026 noch keine Angaben machen. Es sei jedoch von Kaufvorgängen bei Händlern im gesamten Bundesgebiet auszugehen.
Betroffen sind dem Softwareanbieter zufolge vor allem – aber nicht ausschließlich – Autohäuser, die Fahrzeuge von Marken des VW-Konzerns vertreiben. Volkswagen bestätigte, dass auch die konzerneigene Volkswagen Group Retail Deutschland mit rund 120 Standorten bundesweit die betroffene Software nutzt. Zu den Nutzern zählen zudem einige der größten Handelsgruppen Deutschlands mit Milliardenumsätzen und jährlich zehntausenden verkauften Fahrzeugen.
Der Softwareanbieter informierte sämtliche betroffenen Autohäuser und warnte vor möglichen Folgebetrugsversuchen: Da die Täter echte Kaufdetails kennen, könnten gefälschte Zahlungsaufforderungen, angeblich geänderte Bankverbindungen oder täuschend echte Anrufe kaum von legitimen Mitteilungen zu unterscheiden sein. Besondere Gefahr bestehe, wenn kurz vor der Fahrzeugübergabe noch eine Zahlung verlangt werde.
Auch Phishing-Mails, die Verbraucher zur Preisgabe weiterer personenbezogener Daten verleiten sollen, seien denkbar. Polizei und Softwareanbieter rieten Betroffenen, im Zweifelsfall das Autohaus direkt unter einer vertrauenswürdigen Nummer zu kontaktieren, geänderte Zahlungsverbindungen kritisch zu hinterfragen und bei bereits geleisteten Zahlungen auf verdächtige Konten sofort die Bank zu verständigen.
Der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) forderte als Reaktion auf den Vorfall die Einrichtung einer Taskforce „Organisierte Kriminalität im Autohandel" beim Bundeskriminalamt.