Anfang 2017 drangen unbekannte Täter über ein smartes Aquarium in das Netzwerk eines nicht näher benannten Casinos in den USA ein und schleusten rund 10 GB Daten aus. Das Casino hatte das internetfähige Aquarium in seiner Lobby installiert. Es regelte Fütterung, Salzgehalt und Wassertemperatur automatisch und ließ sich aus der Ferne überwachen.
Das IoT-Gerät war hinter einem VPN abgeschirmt, wies aber Schwachstellen auf und war extern erreichbar. Die Angreifer übernahmen es und nutzten es als Hintertür ins interne Netz. Dort überwanden sie die unzureichende Netzwerksegmentierung und griffen auf relevante Daten zu. Diese leiteten sie über den Sensor per UDP an einen externen Server weiter. Die Quellen nennen als Standort Finnland beziehungsweise Norwegen. Dabei nutzten sie Protokolle, die üblicherweise für Audio- oder Videostreaming dienen.
Entdeckt wurde der Abfluss erst, nachdem das Sicherheitsunternehmen Darktrace hinzugezogen worden war und bereits rund 10 GB übertragen waren. Die Software fiel das Aquarium sofort auf, da es als einziges System des Casinos mit dem entfernten Server kommunizierte. Nach späteren Erkenntnissen gelangte die gesamte Datenbank der High-Roller des Casinos in die Hände der Täter. Welche Informationen genau betroffen waren, gaben offizielle Stellen nicht bekannt.