Die Verwaltung des in Sachsen-Anhalt gelegenen Landkreises Anhalt-Bitterfeld wurde am 6. Juli 2021 Opfer eines Ransomware-Angriffs. Der Verschlüsselungstrojaner war dabei vermutlich über die Windows-Sicherheitslücke „Printnightmare“ eingeschleust worden.
Der Angriff richtete sich gegen die IT-Systeme des Hauptsitzes in Köthen sowie der Außenstellen in Bitterfeld und Zerbst. Die Attacke führte für mehrere Wochen zu einer Beeinträchtigung des gesamten operativen Betriebs der Verwaltung, einschließlich der Bearbeitung von Bürgeranfragen, der Zahlungsfähigkeit oder der Fahrzeugzulassung.
Aufgrund der schwerwiegenden Auswirkungen war am 9. Juli 2021 der Katastrophenfall ausgerufen worden. Ebenso wurde die Bundeswehr für den Wiederaufbau der IT-Infrastruktur sowie die forensische Auswertung des Vorfalls hinzugezogen. Die Angreifer hatten im Gegenzug für die Aushändigung der Entschlüsselungsschlüssel die Zahlung eines Lösegelds in unbekannter Höhe gefordert. Der Landkreis lehnte dies jedoch ab.
Nachtrag vom 5. Juli 2022:
Auch ein Jahr nach dem Ransomware-Angriff auf die Verwaltung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld sind die Schäden aus dem Vorfall noch nicht ganz beseitigt. So konnten Teile der verlorengegangenen Daten bislang nicht wiederhergestellt werden. Nach ersten Schätzungen wird die Wiederherstellung der Systeme und der Daten ca. 2 Millionen Euro kosten.
Durch regelmäßige Schulungen der Beschäftigten will sich der Landkreis besser auf Cyber-Bedrohungen vorbereiten und IT-Katastrophen wie den Vorfall vom letzten Jahr in Zukunft vermeiden.
Nachtrag vom 29. Oktober 2022:
Auch eine Datenbank mit Daten zur Umweltverschmutzung wurde von der Ransomware erfasst. Dabei handelte es sich um eine der bedeutendsten Umweltdatenbanken des Landes.
Nachtrag vom 9. März 2024:
Die Kosten der Bewältigung des Cyberangriffs hätten auf rund 2,5 Millionen Euro belaufen, so der Landkreis auf Anfrage. Diese setzen sich aus Kosten für den Aufbau der Infrastruktur, Datenrettung, Anschaffung neuer Server, Speichermedien und Laptops sowie neuer Software zusammen.