Bei dem französischen Online-Händler Melijoe ist eine Datenpanne aufgedeckt worden. Die Firma ist auf den Vertrieb von hochwertiger Kinderbekleidung spezialisiert.
IT-Sicherheitsexperten von Safety Detectives entdeckten bereits im November 2021 einen ungesicherten AWS S3-Bucket der Firma mit ca. 200 GB an Daten bestehend aus fast 2 Millionen Dateien. Darin enthalten waren u.a. Namen, Telefonnummern, E-Mail- und postalische Adressen, Rechnungsanschriften und Lieferinformationen. Der Bucket war ohne Passwort oder Authentifizierung frei zugänglich.
Am 12. November 2021 informierte Safety Detectives Melijoe über die Datenpanne, erhielten jedoch keine Antwort von dem Unternehmen. Daraufhin benachrichtigten die Sicherheitsexperten am 25. November 2021 AWS sowie das französiche Computer Emergency Response Team (CERT), erhielten jedoch erst am 15. Dezember 2021 vom CERT die Auskunft, dass man Milijoe informieren werde. Nach Ablauf eines weiteren Monats gab CERT bekannt, dass Melijoe nicht darauf regiert habe und dass damit ein klarer Verstoß gegen die DSGVO gegeben sei.
Am 5. Januar 2022 kontaktierte Safety Detectives die französische Datenschutzaufsichtsbehörde Commission Nationale de l'information et des libertés (CNIL), welche fünf Tage später bestätigte, dass sie sich mit dem Vorfall befassen werde. Am 18. Februar 2022 wurde der AWS S3-Bucket schließlich gesichert. Ob Kriminelle auf die Daten zugegriffen haben, ist nicht geklärt.