Am 25. April 2026 geriet PocketOS, ein Startup für Software im Autovermietgeschäft, in einen digitalen Vorfall mit Lehrbuchcharakter. Ein KI‑Agent auf Basis von Claude Opus 4.6, eingesetzt in der Entwicklerumgebung Cursor, sollte eine Routineaufgabe ausführen. Stattdessen löschte er binnen neun Sekunden die Produktionsdatenbank.
Der Ablauf war bemerkenswert schlicht: Der Agent stieß auf einen Zugangsfehler, suchte selbstständig nach einem Token und erhielt Zugriff auf eine Railway‑Schnittstelle, den Cloud‑Dienst, auf dem PocketOS seine Anwendungen betrieb. Mit einer einzigen API‑Anfrage löschte er die Live‑Umgebung; auch die volumenbasierten Backups verschwanden. Für PocketOS hatte das unmittelbare Folgen: Buchungen, Zahlungsdaten und operative Unterlagen gingen verloren.
Kunden mussten Reservierungen teils manuell aus dem Zahlungsdienstleister Stripe, Kalendern und E‑Mails rekonstruieren, während Railway die Daten später wiederherstellte und die betroffene Schnittstelle absicherte.