Nach Recherchen des SRF-Magazins "Kassensturz" weist das digitale Organspende-Register der nationalen schweizerischen Stiftung Swisstransplant gravierende Sicherheitsmängel auf. Zum Schutz der eingetragenen Spender nahm Swisstranplant die Web-Plattform kurzzeitig von Netz.
Nach dem Bericht von Kassensturz ist es möglich, beliebige Personen zum Organspender zu machen sowie alle Daten auf dem Anwendungsserver einzusehen und herunterzuladen. Ein Selbstversuch von SRF Investigativ bestätigte, dass eine unbeteiligte Person ohne ihr Wissen von einem Dritten als Spender registriert werden kann.
Swisstransplant bestreitet dies und nahm die Plattform nach einer Überprüfung durch die Stiftung und deren Partnern wieder in Betrieb. Wie Swissplant im Magazin Kassensturz mitteilte, wurde der Anmeldeprozess im ursprünglich eingesetzten Verfahen, bei dem der anmeldende Spender die Identitätskarte hochladen musste, in 95 % der Fälle abgebrochen. Daraufhin wurde das in der Kritik stehende derzeitige Verfahren eingeführt.
Wie der eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) Adrian Lobsiger gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte, wurde die Neuaufschaltung des Registers ohne die von ihm empfohlenen Anpassungen im Meldeprozess vorgenommen. Der EDÖB hatte Swisstransplant nahegelegt, angesichts der Sensibilität der verarbeiteten Daten in jedem Fall eine Ausweiskopie zu verlangen, auf welcher die Unterschrift der Person ersichtlich sei, welche sich in das Organspende-Register eintragen möchte. Nach Einschätzung des EDÖB fallen die von den Spendern erfassten Informationen in die Kategorie der besonders schüzenswerten Daten.
Der EDÖB leitete ein Verfahren gegen die Stiftung Swisstransplant ein.
Im Spender-Register von Swisstransplant sind derzeit rund 137.000 Personen eingetragen.