Bei der Entwicklung einer Web-Applikation zur Online-Verlängerung der Recyclinghof-Karten für die Bürger der Stadt Baden bei Wien ist den Entwicklern eine Panne unterlaufen. Aufgrund des politischen wie auch zeitlichen Drucks bei der Entwicklung war der Zugriffsschutz der Website vernachlässigt worden. Zusätzlich war auf der Seite die Directory-Listing-Funktion aktiviert, was nur in der Entwicklungsumgebung der Fall sein sollte. So konnte ganz einfach eine Inhaltsseite mit Dateien und Ordnern erzeugt werden, aus der die Daten dann per Klick heruntergeladen werden konnten.
Eine der darin enthaltenen Tabellen zeigte in 33.000 Datensätzen die personenbezogenen Daten von 28.400 Badener Bürgern, darunter die vollständigen Namen, Anschriften, Geschlecht, Geburtsdaten und Informationen zum Erst- oder Zweitwohnsitz. Zusätzlich waren bei einem Teil der Bürger auch E-Mail-Adressen, Telefonnummern, IP-Adressen, sowie IBAN- und Kreditkartenzahlungsdaten hinterlegt.
Die Sicherheitsmängel waren durch einen aufmerksamen Bürger in Zusammenarbeit mit einem IT-Security-Fachmagazin offengelegt und der Stadt Baden mitgeteilt worden. Inzwischen wurden die Mängel beseitigt und der Vorfall der österreichischen Datenschutzaufsichtsbehörde gemeldet. Da in Österreich eine Verhängung von Verwaltungsstrafen gegen Behörden jedoch nicht möglich ist, wird der Vorfall für die Stadtverwaltung kein Bußgeld zur Folge haben.