Das Breitband-Satellitenkommunikationsnetzwerk KA-SAT des US-amerikanischen Anbieters ViaSat Inc. wurde am 24. Februar 2022 von einem Cyberangriff getroffen, bei dem die Angreifer die Modems der Kunden abschalteten und so deren Datenverbindungen kappten. Betroffen waren neben vielen militärisch genutzten Verbindungen in der Ukraine zehntausende von Kunden in ganz Europa. U.a. wurde bei Enercon die Steuerung von ca. 5.800 Windkraftanlagen in Deutschland unterbrochen.
Nach neuesten Erkenntnissen der Experten von SentinelLab, welche den Vorfall für ViaSat untersuchen, setzten die Angreifer eine Malware namens AcidRain ein, welche gezielt Daten auf den Modems löschte und es den Geräten so unmöglich machte, sich wieder mit dem Netzwerk zu verbinden. ViaSat hat seit dem Überfall fast 30.000 Modems ausgeliefert, um den Kunden die Möglichkeit wieder zu geben, die Verbindungen wieder herzustellen.
Nach Angaben des Unternehmens versuchten die Cyberkriminellen nach dem ursprünglichen Angriff weiterhin, das Netzwerk zu sabotieren. Bislang konnten die Verantworlichen nicht identifiziert werden.
Nachtrag vom 13. Mai 2022:
Die Regierungen der USA, des Vereinigten Königreichs und der EU bestätigten den Verdacht, dass Russland für den Cyberangriff auf die kommerziellen Satellitenkommunikationsnetze von ViaSat verantwortlich ist. Dies teilten die Regierungen am 10. Mai 2022 mit.