Zwischen April und Mai 2019 nutzten staatliche Akteure die Pegasus-Spyware der israelischen NSO Group, um über eine WhatsApp-Sicherheitslücke (CVE-2019-3568) mindestens 1.233 Geräte zu infiltrieren. Gerichtsdokumente belegen, dass 36 Regierungen - darunter Mexiko, Saudi-Arabien und sogar EU-Staaten wie Ungarn - die Software einsetzten. Besonders betroffen waren Journalisten und Aktivisten: Allein in Mexiko wurden 456 Fälle dokumentiert.
Die Angriffe erfolgten über einfache WhatsApp-Anrufe, die nicht einmal angenommen werden mussten. Einmal installiert, ermöglichte Pegasus die vollständige Überwachung der Geräte - vom Abhören von Gesprächen bis zum Auslesen von Nachrichten. Obwohl ein US-Gericht die NSO Group 2024 verurteilte, bleiben die staatlichen Auftraggeber weiter unbehelligt.
Nachtrag vom 07.05.2025:
Eine US-Jury sprach WhatsApp 168 Millionen Dollar (148 Mio. Euro) Schadensersatz im Prozess gegen die NSO Group zu. Die Summe umfasst 445.000 Dollar für Schadensbehebung und 167,5 Millionen Dollar Strafzahlungen.