Anlagen der Bioeconomy sind offenbar seit dem Frühjahr 2021 ins Visier von Hackern gerückt. Nach Angaben des Bioeconomy Information Sharing and Analysis Center (BIO-ISAC) wurden erste Anzeichen für systematische Angriffe auf Unternehmen der Bioeconomy beobachtet, bei der eine Malware mit der Bezeichnung Tardigrade (in anderen Quellen auch "Tartigrade" oder "Tatigrade" genannt) zum Einsatz kommt. Eine Eigenschaft dieser Schadsoftware ist die diskrete autonome Verbreitung im befallenen Netzwerk, Keylogging sowie die unbemerkte Ausleitung von Daten über einen längeren Zeitraum.
Das Ziel der Hacker ist neben der Cyberspionage möglicherweise auch die Störung des Betriebes der Anlagen.
In den beiden bekanntgewordenen Fällen wurde die Malware durch Phishing oder per USB-Stick in die Netzwerke eingebracht. Da sie keine konsistente Signatur hinterlässt, ist sie nur sehr schwer zu identifizieren. BIO-ISAC empfiehlt u.a. eine Segmentierung der IT-Systeme, Aktualisierung der Betriebssysteme und IT-Tools, Offline-Backups, Sicherheitssoftware mit Verhaltensanalysefunktion und vor allem die intensive Schulung der Belegschaft zur Phishing-Erkennung.