Wie am 6. Oktober 2026 bekannt wurde, soll der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, sich illegal mehr als 2.000, größtenteils als Verschlusssache eingestufte Dokumente beschafft haben. Darunter auch Berichte zum iranischen Atomprogramm oder zur russischen Armee.
Hannings Dienstzeit endete bereits im November 2005. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, bis 2022 entgeltlich geheime Informationen des BND für Auftraggeber beschafft zu haben. Recherchen des Spiegel legen nahe, dass die vertraulichen Informationen für den Geheimdienst von Aserbaidschan bestimmt waren und an einen Kontakt im Kaukasus weitergegeben wurden.
Der Anfangsverdacht kam durch einen Zufallsfund auf einem elektronischen Datenträger zu Stande. LKA-Beamte stellten diesen im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen eines früheren Entführungsversuch der Steak-House-Erbin Christina Block sicher. Hanning stand im Verdacht, von ihr einen Auftrag zur Kindesentziehung zusammen mit einem pensionierten Beamten des LKA Hamburg angenommen zu haben. Bei der Auswertung stießen die Beamten auf jüngere BND-Dokumente, die der ehemalige BND-Chef nicht hätte besitzen dürfen.
Hanning und auch sein früherer Büroleiter, Manfred D., der ihm die Dokumente beschafft haben soll, wurden von Ermittlern des Bundeskriminalamts (BKA) am frühen Vormittag des 6. Oktober festgenommen. Der Generalbundesanwalt ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der landesverräterischen Ausspähung, des Auskundschaftens von Staatsgeheimnissen, des versuchten Landesverrats und geheimdienstlilcher Agententätigkeit.