Mehrere Mitglieder des Deutschen Bundestages und weitere Personen des öffentlichen Lebens in Deutschland erhielten seit dem 29. Oktober 2026 auf Apple-Geräten eine Bedrohungsbenachrichtigung des Herstellers. Apple teilt darin mit, einen Angriff mit Mercenary Spyware erkannt zu haben. Das ist kommerziell entwickelte Spähsoftware, die bisher häufig im Auftrag staatlicher Akteure gegen gezielt ausgewählte Einzelpersonen lief. Das bekannteste Beispiel ist Pegasus der NSO Group.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weiß nicht, ob die Benachrichtigungen tatsächliche Kompromittierungen oder nur Angriffsversuche anzeigen. Bei dieser Art von Spyware infizieren sich Geräte erfahrungsgemäß ohne Zutun der Nutzer, etwa über eine präparierte Nachricht, die niemand öffnen muss (Zero-Click). Die Betroffenen bemerken davon meist nichts. Bei einer Infektion können Angreifer Nachrichten auslesen, auch in verschlüsselten Messengern, ebenso Anrufe, Kontakte, Kalender und Standort. Kamera und Mikrofon lassen sich aus der Ferne einschalten.
In einem Schreiben vom 30. Oktober 2026 sensibilisierte das BSI die Bundestagsmitglieder und rief Betroffene auf, sich direkt an die Behörde zu wenden. Es rät, vorsorglich von einer Kompromittierung auszugehen. Wer keine forensische Analyse plant, soll sofort das Betriebssystem aktualisieren und den Blockierungsmodus aktivieren. Dieser erschwert neue Angriffe, beseitigt eine bestehende Infektion aber nicht. Bei hohem Risiko empfiehlt das BSI einen Gerätetausch, das Zurücksetzen der genutzten Konten, einen Wechsel der Rufnummer, neue Passwörter und aktive Zwei-Faktor-Authentifizierung.