Am 16. Oktober 2026 meldete der US-Softwareanbieter ConnectWise eine Untersuchung verdächtiger Aktivitäten in seiner Umgebung ConnectWise Cloud Backup, früher bekannt als SkyKick. Am 17. Oktober 2026 bestätigte das Unternehmen, dass Unbefugte Zugriff auf mehrere Anwendungsidentitäten des Dienstes erlangt hatten. Dabei handelt es sich nicht um Mitarbeiterkonten, sondern um technische Identitäten, über die Cloud Backup mit den Microsoft-365-Umgebungen von Partnern und deren Kunden kommuniziert. Angreifer können mit solchen Identitäten die jeweils erteilten Berechtigungen nutzen.
Am 17. Oktober 2026 um 7 Uhr UTC deaktivierte ConnectWise sieben Anwendungsidentitäten und widerrief die Zertifikate, mit denen sich der Dienst bei angebundenen Systemen authentifiziert. Dadurch laufen geplante Sicherungen nicht, der Zugriff auf Backup-Archive und die Wiederherstellung sind bis auf Weiteres nicht möglich. In der Nacht auf den 18. Oktober 2026 setzte das Unternehmen vorsorglich auch die Dienste SaaS Security und Cloud Management aus. Eine Kompromittierung dieser beiden Dienste ist jedoch nicht belegt. Nach Angaben von ConnectWise gibt es keine Hinweise darauf, dass auf die Backup-Archive zugegriffen wurde. Zudem seien diese verschlüsselt und isoliert.
Das Unternehmen kann die Microsoft-365-Umgebungen seiner Partner nicht selbst einsehen und empfiehlt, in Microsoft Entra die Anmeldungen der Dienstanwendungen zu prüfen. Als Indikatoren nannte es die IP-Adresse 144.172.64.128 sowie die User-Agents Python-urllib/3.12 und python-requests/2.31. Die Deaktivierung macht zuvor vorgenommene Änderungen nicht rückgängig, etwa zusätzliche Berechtigungen.
Zur Untersuchung hat ConnectWise interne Sicherheitsteams, sein Security Operations Center und einen externen Forensikdienstleister eingebunden. Seit den Schutzmaßnahmen wurde keine weiteren erfolgreiche verdächtige Aktivitäten beobachtet.. Einen Termin für die Wiederinbetriebnahme gab es am 18. Oktober 2026 noch nicht.