| incidentID | Datum | Betroffene | Land | Sicherheitsvorfall | href | Land | Tags |
|---|
Am 19. Juli 2024 kam es weltweit zu massiven Ausfällen in der IT, die auch Infrastrukturen wie Flughäfen, U-Bahn-Netze und Notrufe zum Stillstand brachten. Grund dafür war eine fehlerhafte Datei, die von der Cybersicherheitsfirma CrowdStrike in einem Update auf Windows-Systeme, die die Software des Unternehmens installiert hatten, herunterlud.
Betroffen waren auch Zahlungssysteme für Supermärkte, die teils auf Barzahlung zurückfallen oder ganz schließen mussten. Fluggäste berichteten, dass ihre Bordkarten handschriftlich ausgefüllt wurden, da dies digital nicht möglich war. Am Berliner Flughafen konnten Flüge indes bis ca. 12:00 Uhr mittags gar nicht abheben.
Geräte, auf denen sich die von Falcon gezogene Datei befand, zeigten Blue Screens of Death (BSOD) und verfingen sich in einem Boot-Loop. In einigen Fällen war es möglich, die schadhafte Datei zu löschen, in dem ein Nutzer mit Admin-Rechten das System im Sicherheitsmodus hochfuhr. Danach sollte Windows wieder wie gewohnt anlaufen. Dieser manuelle Eingriff muss allerdings für jeden betroffenen Host einzeln durchgeführt werden.
Gegen 8:30 Uhr MESZ meldete CrowdStrike, dass die den Fehler auslösende Datei zurückgezogen worden war und nicht mehr geladen werden könne.
Nachtrag vom 22.07.2024:
Die Cybersicherheitsfirma arbeitet nach eigenen Angaben daran, betroffenen Windows-Nutzern möglichst effektiv zu helfen. Sie schätzen, dass ca. 8,5 Mio. Geräte von dem Ausfall betroffen sind. Eine schnellere Lösung als das manuelle Löschen der fehlerhaften Datei sei in Arbeit. Microsoft hat ein Recovery Tool zur Verfügung gestellt.
Das BSI warnt indes for Phishing-Attacken, vor allem in Form von Malware, die als Programm zur Reparatur des Fehlers getarnt ist.
Nachtrag vom 23.07.2024:
CrowdStrike hat seine Reparaturoption nach eigenen Angaben nun verbessert. Das Wiederherstellen betroffener Systeme soll damit schneller vonstattengehen.
Nachtrag vom 25.07.2024:
CrowdStrike wird keine finanzielle Entschädigung für den Vorfall anbieten. In einigen Fällen sollen den Kundendienstmitarbeitenden betroffener Unternehmen Gutscheine für z.B. DoorDash angeboten worden sein. Nutzer können höchstens auf eine Erstattung des Kaufpreises hoffen.
Nachtrag vom 29.07.2024:
Einem Statement von CEO George Kurtz nach waren am 25. Juli 2024 über 97% der ausgefallenen Windows-Rechner wieder in Betrieb. Auch die Wiederherstellung der verbliebenen 3% sei in Arbeit.
Nachtrag vom 07.08.2024:
Die von massiven Ausfällen betroffene US-amerikanische Fluglinie Delta Airlines hat nun gedroht, CrowdStrike wegen erlittener Verluste zu verklagen. Delta will 500 Mio. USD verloren haben. CrowdStrike jedoch behauptet, es könne nicht für mehr als 10 Mio. USD zur Verantwortung gezogen zu werden.
Nachtrag vom 08.08.2024:
Neue Untersuchungen haben ergeben, dass ein Viertel der Fortune 500-Konzerne von dem CrowdStrike-Ausfall betroffen war. Verluste aus den Ausfällen werden auf 5,4 Mrd. USD geschätzt. Besonders schwer geschlagen wurde die Gesundheitsindustrie, die Verluste von 1,94 Mrd. USD verzeichnet haben.
Nachtrag vom 12.08.2024:
CrowdStrike hat eine Ursachenanalyse für den Vorfall veröffentlicht. Dem Bericht zufolge entstand der ursprüngliche Fehler bereits im Februar 2024, als ein Software-Update eingespielt wurde, das 21 Input-Parameter spezifizierte. Der Content Interpreter war auf 20 dieser Werte eingestellt. Das fehlerhafte Update vom 19. Juli indes beinhaltete einen 21. Wert, der einen Out-of-bounds-Memory-Read auslöste und so die Systeme zum Absturz brachte.
Update vom 04.09.2024:
Als direkte Folge des Ausfalls hat CrowdStrike Verkaufseinbußen von ca. 60 Mio. USD zu verzeichnen, wie das Unternehmen im August 2024 bekanntgab.
Nachtrag vom 29.10.2024:
Delta Airlines hat eine formelle Beschwerde bei einem Gericht in Georgia vorgelegt. Ziel ist es tatsächlich wie bereits angekündigt, die verlorenen 500 Mio. USD Profit einzuklagen.