Die E-Mail-Accounts mehrerer finnischer Parlamentarier sind bei einem Cyber-Angriff noch unbekannten Ursprungs kompromittiert worden. Der Angriff wird auf den Herbst 2020 datiert und wird gegenwärtig vom finnischen National Bureau of Investigation weiter untersucht, wobei Spionageverdacht besteht. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurde nicht bekanntgegeben, welche und wie viele Parlamentsmitglieder vom Vorfall betroffen sind und ob Daten gestohlen werden konnten.
In jüngerer Vergangenheit war es zu mehreren ähnlichen Ereignissen in Europa gekommen. So wurden im August 2020 die E-Mail-Accounts mehrerer norwegischer Parlamentsmitglieder und -mitarbeiter kompromittiert und 2015 der deutsche Bundestag Ziel eines Hackerangriffs, bei dem ebenso auf mehrere E-Mail-Accounts unautorisiert zugegriffen wurde. Hinter beiden Angriffen wird die Hacker-Gruppe APT28 vermutet, die mutmaßlich vom russischen Staat bei Cyber-Angriffen auf Parlamente, Ministerien und Botschaften unterstützt wird.
Update vom 18.03.2021:
Die für den Staatsschutz zuständige, finnische Sicherheitspolizei Suojelupoliisi (Supo) hat die chinesische Hacker-Gruppe APT31 mit dem Vorfall in Verbindung gebracht. APT31, auch unter den Namen Zirconium und Judgement Panda bekannt, wird mutmaßlich vom chinesischen Staat unterstützt und führt in dessen Auftrag Cyber-Angriffe durch.
Nachtrag vom 17.06.2024:
Die Verantwortlichkeit von APT31 ist mittlerweile geklärt und definitiv bestätigt worden.