Die Grande Loge de France (GLDF), eine der bedeutendsten Freimaurerlogen Frankreichs, wurde Opfer eines Cyberangriffs. Dabeiwurden interne Dokumente entwendet und veröffentlicht.
Unbekannte Täter platzierten eine Spionage-Software im IT-System der Loge und exfiltrierten darüber Tausende interner Dokumente aus der Cloud-Infrastruktur der Organisation. Das Schadprogramm wurde am 4. April 2016 von den Informatikern der Loge entdeckt.
Vom 10. April 2016 bis etwa zum 20. April 2016 stellte die conspiratiorische Website „Stop Mensonges" mehr als 6.000 gestohlene Dokumente öffentlich ins Netz. Darunter befanden sich Mitgliedsformulare, Protokolle des Conseil fédéral, Disziplinarmaßnahmen, Konferenzankündigungen sowie Beschreibungen von Riten. Namentlich erwähnt wurden vorwiegend hochrangige Funktionäre der Loge. Die Mitgliederdatei mit rund 34.000 Einträgen blieb nach Angaben der Loge unberührt.
Die GLDF erstattete am 15. April 2016 Anzeige beim Pariser Staatsanwalt wegen Computerhacking, Datenextraktion und Offenlegung personenbezogener Daten. Die Website „Stop Mensonges" entfernte die Dokumente anschließend.
Laurent Gouyneau, Betreiber der Webseite „Stop Mensonges", wurde 2018 am Fluhafen Roissy festgenommen. Er wurde im Januar 2021 zu einer Haftstrafe von 12 Monaten verurteilt. Außerdem musste er auch 7.000 Euro Schadensersatz an die Dachorganisationsloge Grand Orient de France (GODF) zahlen und auf seine Kosten die Gerichtsentscheidung auf den Webseiten Libération , Le Monde und Le Figaro auf seine Kosten veröffentlichen.