Ein Fehler im Computersystem eines Gerichts des Bezirks Harris County im US-amerikanischen Bundesstaat Texas führte dazu, dass fast 300 Verdächtige nicht angeklagt und folglich nicht vor Gericht gestellt werden konnten. Das Cloud-basierte System begann am 24. März 2022 zu versagen und blieb dann für einige Tage außer Betrieb.
Nach texanischem Recht müssen Angeklagte im Falle eines möglichen Vergehens nach 24 Stunden bzw. bei Verdacht eines Verbrechens nach 48 Stunden eine Anhörung vor einem Untersuchungsrichter haben. Aufgrund des o.a. Systemausfalls konnten diese Fristen nicht organisiert und eingehalten werden, weshalb die Staatsverteidigung des Bezirks die Freilassung der Verdächtigen beantragte und in Folge die fast 300 Verdächtigen wieder auf freien Fuß gesetzt werden mussten. Die Staatsanwaltschaft teilte den örtlichen Strafverfolgungsbehörden per Brief mit, dass die Beamten erneut Anklage erheben und die Verdächtigen zum zweiten Mal festnehmen müssten.
Der Bezirk räumte ein, dass dies bereits der fünfte Vorfall dieser Art ist. Allerdings kam davon in den vorangegangenen vier Fällen nichts an die Öffentlichkeit. Notfallpläne für eine alternative Vorgehensweise bei einem Systemausfall gibt es nach Angaben eines Regierungsvertreters nicht.
Nach unbestätigten Angaben gegenüber Bezirksrichtern war der Systemausfall die Folge eines Updates.