Die Hackergruppe ShinyHunters hat in zwei groß angelegten Cyberattacken die Salesforce-Systeme des französischen Luxuskonzerns Kering kompromittiert. Im April 2024 kompromittierten die Täter die Systeme der Marke Gucci und entwendeten 43,5 Millionen Kundendatensätze aus dem Zeitraum 2017 bis 2024. Ein Jahr später, im April 2025, erfolgte ein weiterer Angriff auf die Kering-Marken Balenciaga, Alexander McQueen und Brioni, bei dem zusätzlich 12,9 Millionen Datensätze gestohlen wurden.
Zu den erbeuteten Informationen zählen laut internen Quellen vollständige Namen, Adressen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten sowie detaillierte Kaufhistorien der betroffenen Kunden. Die Konzernzentrale Kering äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Vorfällen.
Balenciaga soll zwischen Juni und August 2025 mit den Erpressern über ein Lösegeld in Höhe von zunächst 750.000 Euro in Bitcoin verhandelt haben. Die Gespräche wurden jedoch nach der Festnahme mutmaßlicher Mitglieder der ShinyHunters in Frankreich eingestellt.
Nachtrag vom 17.10.2025:
Am 3. Oktober 2025 tauchte der Konzern auf der Leak-Seite der Gruppe "„Scattered LAPSUS$ Hunter" auf. Die Gruppierung besteht aus Mitgliedern der Hackergruppen LAPSUS$, Scattered Spider und ShinyHunters, die sich zu einem losen Kollektiv zusammengeschlossen haben. Auf dem Portal behaupteten die Täter insgesamt 10 GB des Luxusgüterkonzerns gestohlen zu haben. Die Täter setzten eine Lösegeldfrist bis zum 10. Oktober 2025.
Nach bisherigen Erkenntnissen gelang der Zugriff über ausgeklügelte Social-Engineering-Methoden, insbesondere durch Vishing und den Missbrauch kompromittierter OAuth-Zugänge, um sich Zugang zur Salesforce-Instanz des Unternehmens zu verschaffen.
Weitere betroffene Unternehmen sind Chanel, Toyota, Adidas, Google und PUMA und andere.