Der Hardware-Wallet-Hersteller Ledger bestätigte im Oktober 2026 einen weitreichenden Supply-Chain-Angriff. Unbekannte Täter hatten Ledger-Geräte vor dem Verkauf an Endkunden mit Spionage-Implantaten versehen, um Kryptowährungen zu entwenden. Der Gesamtschaden wird auf 86 bis 93 Millionen USD geschätzt.
Die Angreifer platzierten eine winzige zusätzliche Platine mit einem LTE-Modul und einer eSIM im Inneren der Wallets. Dieses Implantat zeichnete die bei der Einrichtung des Geräts angezeigte Seed-Phrase auf und übermittelte sie an die Täter, die damit die Wallets der Nutzer leerräumten. Forscher identifizierten mindestens zwei Varianten des Implantats. Eine ersetzte die Originalbatterie durch eine kleinere, um Platz zu schaffen, während eine fortschrittlichere Version im Raum der Schaumstoffpolsterung unter dem Display versteckt wurde. Einziges sichtbares Indiz war ein zusätzliches Antennenkabel.
Zunächst schien das Problem auf Geräte beschränkt zu sein, die über den südostasiatischen Händler CryptoBilis vertrieben wurden. Ledger forderte den in Malaysia ansässigen Händler am 9. Oktober 2026 auf, den Verkauf einzustellen. Kurz darauf, am 11. und 12. Oktober 2026, meldete jedoch ein Nutzer aus Deutschland, ebenfalls manipulierte Geräte mit Implantaten bei der Elektronikmarktkette MediaMarkt erworben zu haben.
Ledger riet betroffenen Kunden, die Geräte nicht in Betrieb zu nehmen oder bereits gespeicherte Vermögenswerte auf eine neue, sichere Wallet zu transferieren. Das Unternehmen wies darauf hin, dass die eigene Echtheitsprüfung "Genuine Check" solche Hardware-Implantate nicht erkennen kann, solange das originale Sicherheitselement des Geräts intakt ist.