Der deutsche Automobilzulieferer Leoni AG wurde Mitte 2016 von Trickbetrügern dazu gebracht, 40 Mio. EUR auf ihre Konten zu überweisen.
Die Kriminellen setzten die sog. CEO-Fraud-Methode ein, bei der die Betrüger mit gefälschten E-Mails, Identitäten und Vorlagen eine Person mit Entscheidungsbefugnis im Unternehmen konstruieren. Diese fiktive hochrangige Führungskraft kontaktiert eine Zielperson im Unternehmen, welche die Befugnis zur Auslösung von Zahlungen hat. Die ganze Aktion wird stets verbunden mit höchster Dringlichkeit, herausragender Bedeutung für das Unternehmen und daraus resultierend der Auflage absoluter Geheimhaltung gegenüber allen anderen Kollegen und Führungsebenen. Mit Hilfe von gefälschten Legitimationen und Unterschriften wird die Zielperson dann dazu bewegt, Zahlungsanweisungen der vermeintlichen Führungskraft aus der Firmenleitung freizugeben und die Zahlungen auszulösen.
Im Falle der Leoni AG wurden im Lauf von drei Wochen insgesamt 40 Mio. EUR auf Konten in China und Hong Kong überwiesen. Das Unternehmen hat Anzeige erstattet. Allerdings stehen die Chancen, das Geld wieder zu bekommen, sehr schlecht. Eine Verwicklung der Leoni-Mitarbeiter in die kriminellen Machenschaften der Betrüger konnte bislang nicht nachgewiesen werden.