Bei einem Cyber-Angriff auf Mimecast, ein Unternehmen für E-Mail-Sicherheit, wurde ein Zertifikat kompromittiert, was vom Unternehmen ausgestellt wird, damit dessen Kunden sich mit Microsoft 365 Exchange (Microsofts E-Mail-Hosting für Unternehmen) verbinden können. Nach Schätzungen des Unternehmens haben ca. 10% seiner Kunden (etwa 3.600) das kompromittierte Zertifikat verwendet.
Mimecast empfahl den Betroffenen, ihre auf dem infizierten Zertifikat basierende Verbindung zu entfernen und sie anschließend mit einem neuen Zertifikat wiederherzustellen. Laut dem Unternehmen bleiben der E-Mail-Verkehr sowie die von ihm angebotenen Sicherheitsdienstleistungen von der Maßnahme unberührt.
Um welches Zertifikat es sich genau handelt, wer die Angreifer waren wie auch die genaue Art des Angriffs machte das Unternehmen nicht bekannt, aufgrund der in den Mitteilungen des Unternehmens enthaltenen Informationen wird jedoch ein SSL-Zertifikat vermutet. Der Vorfall wird gegenwärtig weiter untersucht.
Update vom 16.03.2021:
Nach einer Untersuchung teilte Mimecast mit, dass der Vorfall mit dem SolarWinds-Hack in Zusammenhang stand. So soll eine mittels der Kompromittierung geschaffene Hintertür (Sunburst) als Ausgangspunkt des Angriffs gedient haben.
Des Weiteren gab das Unternehmen an, dass die Hacker über das Einfallstor auf verschiedene Daten zugegriffen hatten. Dazu gehörten: Informationen zu Zertifikaten und zu Nutzern, welche diese verwendet hatten (in manchen Fällen einschließlich E-Mail-Adresse, Kontaktdaten und gehashten Passwörtern), und eine begrenzte Anzahl an Quellcode-Dateien, welche von den Angreifern abgeschöpft wurden. Dafür dass die Cyber-Kriminellen Zugang zu den Inhalten von Nutzer-Posteingängen und -Archiven hatten, sieht Mimecast aktuell keine Hinweise.
In Zusammenarbeit mit dem IT-Sicherheitsunternehmen Mandiant konnte der Zugriff der Hacker auf die Unternehmenssysteme terminiert werden.