Zwischen 2016 und 2019 stahl Facebook mithilfe seines VPN-Dienstes Onavo umfangreiche Informationen über das Verhalten von Snapchat-Nutzern.
Um die Verschlüsselung von Snapchat zu umgehen, entwickelte Facebook im Rahmen eines internen Projekts namens "Ghostbusters" spezielle "Kits". Diese Kits tarnten sich als offizielle Server von Snapchat und anderen Diensten und wurden von Nutzern auf ihren Mobilgeräten installiert. So konnte Facebook den Datenverkehr von Snapchat-Nutzern abfangen und entschlüsseln. Das Unternehmen erhielt detaillierte Einblicke in die Nutzung von Snapchat, was half, die eigene Plattform zu optimieren und die Konkurrenz zu schwächen.
Facebook-Mitarbeiter äußerten Bedenken hinsichtlich der Legalität und Ethik des Programms. Es bestand die Gefahr, dass die gesammelten Daten nicht nur für Forschungszwecke, sondern auch für gezielte Werbung oder andere Zwecke missbraucht würden.
2019 deckte eine TechCrunch-Recherche den Skandal auf. Facebook stellte daraufhin Onavo ein. Im Zuge des Skandals reichten mehrere Kläger Sammelklagen gegen Facebook ein, da das soziale Netzwerk seine Marktmacht missbrauchte und die Privatsphäre von Millionen Nutzern verletzte.