Im Oktober 2012 verschickte SOS-Kinderdorf e.V. 50.000 Weihnachts-CDs an Spender. Doch beim Abspielen zeigten Mediaplayer statt Weihnachtsliedern rechtsradikale Titel an, was zu einem erheblichen Imageschaden führte. SOS-Kinderdorf stellte Strafanzeige wegen Volksverhetzung.
Analysen ergaben, dass Mediaplayer CDs über Disk-IDs identifizieren, ein fehleranfälliges Verfahren. Zwei Szenarien sind möglich: Entweder wurden gezielt falsche Metadaten in eine Musikdatenbank wie "freedb" eingepflegt, oder es kam zu einer seltenen Disk-ID-Kollision, bei der die CD-ID zufällig mit der einer rechtsradikalen CD übereinstimmte. Das Problem wurde durch das Fehlen eines International Standard Recording Codes (ISRC) verschärft, der eine eindeutige Zuordnung ermöglicht hätte.
Ein Medienanwalt erklärte, dass die falschen Metadaten zuerst bei einem Player mit Daten von "freedb" auffielen. Die Weihnachts-CD mit 14 Titeln wurde durch manipulierte Metadaten fälschlich mit in Deutschland indizierten Hitlerjugend-Liedern verknüpft. Diese systematische Falschzuordnung deutet auf absichtliche Manipulation in der freien Datenbank hin, wo Nutzer Informationen unkontrolliert hochladen können – im Gegensatz zu kommerziellen Diensten wie "Gracenote".
SOS-Kinderdorf wandte sich daraufhin an Dienste wie Microsoft, um die Einträge löschen zu lassen. Im Dezember informierte die Organisation die betroffenen Spender und erklärte, dass ein Hackerangriff nicht ausgeschlossen sei.