Banden stehlen in den USA in den letzten Monaten gezielt Fracht für Rechenzentren. Laut NBC News erbeuteten sie seit Juni Ware im Wert von mehr als 100 Millionen US-Dollar. Sie kombinieren digitale Tricks wie die Störung von GPS-Signalen mit Angriffen auf den Begleitschutz.
Im Juni war ein Trailer mit Serverhardware für rund 13 Millionen US-Dollar nach Fayetteville in Georgia unterwegs. Zwei Beamte außer Dienst begleiteten ihn in einem Zivilfahrzeug. Auf einer Interstate in der Mojave-Wüste rammte ein Auto den Begleitwagen und stoppte ihn. Der Trailer fuhr weiter. Einen Tag später fand die Polizei ihn ohne Paletten auf einem Lkw-Hof in Stockton, Kalifornien. Rund drei Wochen danach setzte ein SUV den Begleitwagen eines Trailers mit Serverrack-Komponenten für etwa 10 Millionen US-Dollar außer Gefecht. Der Trailer erreichte sein Ziel in Texas nicht, offenbar waren die Ortungskoordinaten manipuliert. Beide Ladungen blieben verschwunden.
Ermittlern und Beratern zufolge kapern die Täter E-Mail-Konten von Spediteuren und Frachtmaklern, um wertvolle Ladungen zu finden. Sie stören GPS-Signale und erzeugen mit KI falsche Führerscheine, um als Fahrer angeheuert zu werden. Im Juli stahlen Fahrer mit gefälschten Lizenzen in Reno, Nevada, Kabel und Kassetten für geschätzt 38 Millionen US-Dollar.
Das FBI warnte im April vor einem landesweiten Anstieg des cybergestützten, strategischen Frachtdiebstahls. Strafverfolger vermuten, dass gestohlene Ausrüstung auch nach China gelangt. Laut Verisk Cargonet sank die Zahl der Frachtdiebstähle im zweiten Quartal um 26 Prozent, der geschätzte Gesamtschaden stieg auf 304,6 Millionen US-Dollar.