In der Nacht des 30. April 2024 wurde die Bildungsabteilung der Stadtverwaltung Helsinki Opfer einer Cyberattacke. Die Stadt meldete dies am 2. Mai. Zunächst vermutete man, dass die Täter Zugriff auf Nutzernamen und E-Mail-Adressen von Schülern, Studierenden und Personal hatten.
Weiterführende Untersuchungen, deren Ergebnisse am 13. Mai bekanntgegeben wurden, zeigten jedoch, dass die Hacker Nutzernamen und Mailadressen von allen Angestellten der Stadt einsehen konnten. Darüber hinaus hatten sie Zugriff auf IDs und Adressen von Schülern und Studierenden, Erziehungsberechtigten und Mitarbeitenden der Bildungsabteilung.
Auch Netz-Laufwerke der Abteilung wurden kompromittiert. Diese beinhalteten teils vertrauliche Informationen. Betroffen sind Gebühren für Personen, die kindliche Früherziehungsdienste in Anspruch nehmen, und deren Begründungen, aber auch hochsensible Daten über Kinder, z.B. in Form von Informationsanfragen zur Prüfung von Bitten um finanzielle Unterstützung oder medizinisch begründete Unterstützungsmaßnahmen. Auch medizinische Zertifikate für das Aussetzen der Schulpflicht bei älteren Lernenden und Krankschreibungen von Angestellten der Bildungsabteilung sind betroffen.
Es ist nicht auszuschließen, dass Daten von Personen, deren Informationen einer strengen Schweigeabmachung unterliegen, betroffen sind.
Nachtrag vom 23.05.2024:
Die andauernden Untersuchungen haben nun aufgedeckt, welche Informationen genau betroffen sein können. Es ist möglich, dass Daten jedes Schulkinds in Helsinki kompromittiert wurden. Diese, gespeichert zu allen in Helsinki zwischen 2005 und 2018 geborenen Kindern und deren Erziehungsberechtigten, umfassen Wohnadressen von Kindern und Erziehungsberechtigten, die nicht unter Verschluss gehalten werden, die Nationalität und die Muttersprache des Kinds sowie die Religion, der das Kind angehört.
Auch Kinder, die sich in privaten frühkindlicher Bildungseinrichtungen befinden, sind betroffen. Aktuelle Rechnungen schätzen die Zahl der Betroffenen auf ca. 30 Tsd. Kinder und Erziehungsberechtigte sowie 15 Tsd. Stadtangestellte ein.
Nachtrag vom 18.11.2024:
Die Untersuchung dauert weiter an. Nach aktuellem Stand beläuft sich die Betroffenenzahl jedoch auf bis zu 300 Tsd. Personen. Man habe mittlerweile über 90% der kompromittierten Daten gesammelt.
Nachtrag vom 27.06.2025:
In einem Abschlussbericht erklärt die Stadt Helsinki, dass sie in Folge des Angriffs signifikante Änderungen an ihren Datenschutzmaßnahmen vorgenommen hat.