Mindestens seit dem Jahr 2019 stiehlt die chinesische Hackergruppe Winnti, auch als APT41 bekannt, von Unternehmen in Ostasien, Westeuropa und Nordamerika systematisch wertvolle Forschungsergebnisse, Firmendaten und Know-How. Insbesondere stehen die Branchen Verteidigung, Energie, Luft- und Raumfahrt, Biotech und Pharma im Fokus. Das US-amerikanische Cybersecurity-Unternehmen Cybereason hat Anfang Mai 2022 die Ergebnisse seiner einjährigen Recherche zur Tätigkeit der Gruppe veröffentlicht.
Winnti ist eine Gruppe von Hackern, welche mit äußerst hoch entwickelten Methoden Cyberspionage im großen Stil betreiben. Zumeist bleibt diese Aktivität von den attackierten Unternehmen unbemerkt. Die vorliegende Angriffsserie läuft unter der Bezeichnung "Operation CuckooBee".
Den Einstieg schaffen die Cyberkriminellen z.B. über Schwachstellen in den Enterprise Resource Planning (ERP)-Plattformen. Dort verankern sich die Angreifer dauerhaft und beginnen mit der Sammlung von Anmeldeinformationen. Anschließend folgt der Diebstahl von wertvollen, hochsensiblen Informationen aus allen Bereichen des kompromittierten Systems. Der Bericht von Cybereason beschreibt die Angriffspunkte und Vorgehensweisen im Detail.
Nach Einschätzung von Experten wird die Winnti-Gruppe vom chinesischen Staat unterstützt und operiert im Interesse der Regierung. Bereits im September 2020 wurden fünf chinesische und zwei malaysische Staatsangehörige im Zusammenhang mit Winnti-Angriffen von US-Behörden angeklagt. Zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung waren noch keine Informationen zum Ausgang des Verfahrens verfügbar.