Der Internetkonzern Yahoo! wurde in den Jahren 2013 und 2014 Opfer schwerwiegender Hackerangriffe, bei denen insgesamt 3,5 Milliarden Nutzerkonten kompromittiert wurden. Diese Vorfälle werden als historischer Datenskandal betrachtet.
Im August 2013 wurden sämtliche 3 Milliarden Yahoo-Konten von Hackern angegriffen. Dabei erbeuteten sie E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Passwörter und Sicherheitsfragen. Ein weiterer Angriff folgte im Dezember 2014, bei dem 500 Millionen Konten betroffen waren.
Diese Ereignisse führten zu einem erheblichen Vertrauensverlust und einem erheblichen Imageschaden für Yahoo!. Die verspätete Bekanntgabe der Datenpannen, erst im September 2016 und Dezember 2016, löste heftige Kritik aus und nährte den Verdacht auf eine Vertuschung. Zudem gerieten die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen des Unternehmens in den Fokus, da die Hacker leichtes Spiel hatten.
Die Konsequenzen waren gravierend: Neben dem Rufschaden verzögerte sich auch die Übernahme von Yahoo! durch Verizon und der Kaufpreis wurde um 350 Millionen Dollar reduziert. Der Aktienkurs fiel deutlich.
Im April 2018 verhängte die US-Börsenaufsicht eine Strafe von 35 Millionen Dollar gegen Yahoo!, da die Datenpannen nicht rechtzeitig gemeldet wurden. Im April 2019 einigte sich das Unternehmen mit den betroffenen Nutzern auf einen Vergleich in Höhe von 117,5 Millionen Dollar.
Die genaue Verantwortlichkeit für den Sicherheitsvorstoß konnte nicht abschließend geklärt werden. Yahoo geht jedoch davon aus, dass ein Drittstaat, mutmaßlich Russland, den Hack veranlasst hat.