Das Strahlenwarnsystem RAR, welches von der spanischen Zivilschutzbehörde DGPCE zur Warnung und zum Schutz der Bevölkerung vor radioaktiver Strahlung betrieben wird, ist im März 2021 gehackt worden. Ziel der Hacker war es offenbar, das Warnnetz außer Betrieb zu setzen, indem sie die Management-Software des Systems zu löschen versuchten. Bis Ende Juni 2021 hatten sie die Datenverbindung von 300 der insgesamt 800 Gammastrahlen-Detektoren unterbrochen. Diese Detektoren dienen zur Messung der besonders weitreichenden und durchdringenden Komponente der radioaktiven Strahlung. DGPCE hatte Mitte 2021 den Angriff entdeckt und sofort die Polizei eingeschaltet.
Die spanischen Behörden konnten jetzt nach einjähriger Recherche zwei Verdächtige festnehmen, welche früher für einen Dienstleister der Zivilschutzbehörde arbeiteten und für die Verwaltung der o.a. Management-Software zuständig waren. Durch ihr Insiderwissen hatten die beiden Verdächtigen nach Aussagen der Behörden die für den Zugriff nötigen Kenntnisse. Der Hacker-Angriff auf das Warnsystem erfolgte über einen öffentlichen Internet-Zugang eines Lokals in Madrid. Das Motiv der Täter ist noch unklar.