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Sabotage
Datenleck
Diebstahl

Cyber Security Briefing

Cyber Security Briefing
05. November 2026

Angriffe auf Kühlanlagen treffen Edeka-Filialen und Metzgerei in Deutschland, eine Fehlkonfiguration legte die Daten von rund 42.000 Abonnenten des Nius-Nachrichtenportals offen. Binance veröffentlichte einen Bericht über den Ablauf des kürzlichen Milliarden-Kryptodiebstahls.

Angriffe auch in Deutschland: Kühlanlagen in mehreren deutschen Edekas und einer Metzgerei heizen auf.

Die Angriffswelle auf Kühlanlagen in mehreren europäischen Ländern, die in der Nacht vom 1. auf den 2. November stattfand, hat auch Deutschland getroffen.

Am 3. November berichteten Lokalmedien in mehreren Bundesländern über betroffene Geschäfte, so Edeka-Filialen in Lilienthal in Niedersachsen und Reisbach in Niederbayern. Die niedersächsische Filiale meldete Verluste von 32.000 EUR in gezwungenermaßen entsorgten Lebensmitteln.

Auch eine Metzgerei aus der Oberpfalz meldete einen Angriff auf ihre Kühlhäuser. Obwohl bislang nicht offiziell bestätigt wurde, dass die Attacken im Zusammenhang miteinander stehen, sind die Ähnlichkeiten nicht von der Hand zu weisen: Die Täter änderten die Temperatureinstellung mehrerer Anlagen, sodass sich die Räume auf bis zu 150°C erhitzten.

Der Angriff wurde noch rechtzeitig entdeckt, eine Katastrophe blieb demnach aus. Nach aktuellem Kenntnisstand liegt der Schaden dennoch im fünfstelligen Bereich.

Konfigurationsfehler bei Nachrichtenplattform Nius leakte Daten von rund 42 Tsd. Kunden.

CORRECTIV berichtete am 3. November über ein weiteres Datenleck beim Nachrichtenportal Nius. Wegen eines mutmaßlichen Konfigurationsfehlers lag ein ca. 500 Megabyte großes Archiv offen, dessen Inhalte heruntergeladen werden konnten. Das Archiv umfasste eine Datensicherung des Newsletter-Versandsystems.

Dort hinterlegt waren der Quellcode der Newsletter-Software, Daten von rund 42.000 Ende 2025 aktiven Abonnenten und geheime Zugangsschlüssel eines Cloudanbieters für den Mailversand. Damit hätten Dritte sogar E-Mails im Namen von Nius senden können. Unklar ist, wie lange die Daten offenlagen und ob es nicht autorisierte Zugriffe darauf gab.

Die zuständige Datenschutzbehörde bestätigte den Datenabfluss und gab außerdem an, dass dies bereits der fünfte ihr gemeldete Datenschutzvorfall bei Nius seit Beginn 2025 ist. Einige Tage nach der Anfrage von CORRECTIV wurde der Server abgeschaltet.

Binance veröffentlicht Untersuchungsbericht zu Milliarden-Hack: Erst-Angriff schon im Juni.

In einem am 3. November veröffentlichten Vorfallsbericht erklärte Binance den Ablauf der 6,36 Mrd. USD Schaden verursachenden Attacke. Sie fand in mehreren Stadien statt.

Demnach begann der Angriff, als ein WalletOps-Entwickler auf der Suche nach einem KI-Coding-Tool eine kompromittierte Version von Homebrew auf seinem System installierte. Dem Sicherheitsteam fiel dies auf und man setzte kompromittierte Zugänge zurück bzw. tauschte Geräte aus. Die Hacker hatten jedoch bereits Informationen über die Zusammensetzung seines Teams sowie die Aufgaben des Entwicklers erhalten.

Im September lud ein angeblicher Sicherheitsdirektor einer anderen Firma eines der zuvor ausgeloteten Teammitglieder zu zwei Bewerbungsgesprächen ein. In ihnen wurde dem Entwickler zunächst mittels eines Social Media-Profils Glaubwürdigkeit suggeriert und dann eine "Probe-Aufgabe" zum Download bereitgestellt. Diese "Aufgabe" enthielt Schadcode, der Zero Day-Malware in die Unternehmenssysteme einschleuste.

Am 20. Oktober nutzten die Angreifer dann diesen Zugang und eine nicht näher definierte interne KI, um auf die Systeme zweier Binance-Entwickler, darunter das der Person, die im Juni die kompromittierte Software geladen hatte, zuzugreifen. Auf diesem war ein Token hinterlegt, das das Container-Deployment erlaubte. Das Token setzten die Täter auf dem Gerät des dritten Entwicklers ein, um am 29. Oktober bösartige Skripte und damit ihren Diebstahl auszulösen.