Wer im Besitz von Kryptowährungen ist, der greift zu deren Lagerung nicht selten auf Ledger zurück. Dabei handelt es sich um eine Art Hardware-Portemonnaie, auf dem die Währungen vergleichsweise sicher gespeichert und verwaltet werden können. Nachdem es im vergangenen Juni auf der Hersteller-Website aufgrund einer Sicherheitslücke zu einer Datenpanne gekommen war, die es Cyberkriminellen erlaubt hatte, auf die Kontaktdaten der Kunden zuzugreifen, sind diese nun im von Hackern frequentierten Raidforum veröffentlicht worden.
Konkret wurden zwei Listen veröffentlicht. Während die eine die E-Mail-Adressen von 1.075.382 Newsletter-Abonnenten von Ledger enthielt, enthielt die andere die Namen und Adressen von 272.853 Personen, die das Ledger-Gerät auch tatsächlich erworben haben.
Auch wenn keine Passwörter betroffen waren, gilt das Leck als enormes Sicherheitsrisiko für die Betroffenen, da es Cyberkriminellen ermöglicht, gezielt Phishing-Angriffe auf diese durchzuführen. So sind seit dem ursprünglichen Vorfall im Oktober bereits viele Angriffe auf Ledger-Besitzer dokumentiert worden, bei denen sich Angreifer als Ledger-Mitarbeiter ausgeben und unter dem Vorwand eines vermeintlichen Sicherheitsvorfalls zum Download einer neuen Software auffordern. Wenn die Nutzer diese installieren, werden sie nach ihrem Wiederherstellungspasswort gefragt. Geben sie dieses ein, ermöglichen sie den Angreifern, ihre Einlagen zu stehlen.
Ledger-Besitzern wird geraten, ihr Wiederherstellungs- und Geheimpasswort ausschließlich in ihrem Gerät und auf keinen Fall in Apps oder Websites zu verwenden. Ferner sollten postalische Benachrichtigungen, die angeblich von Ledger stammen, durch einen Kontakt des Kunden-Supports verifiziert und E-Mails, die zur Bestätigung einer Transaktion auffordern oder über die Deaktivierung des Geräts informieren, grundsätzlich ignoriert werden.