Der französische Raketenhersteller MBDA S.A.S. bestätigte, dass Cyberkriminelle in den Besitz von Firmendaten gelangt sind und das Unternehmen nun mit der Drohung der Veröffentlichung dieser Daten erpressen. Entgegen der Behauptung der Hacker, in die IT-Systeme von MBDA eingedrungen zu sein und die Daten direkt abgezogen zu haben versichert MBDA, dass es keinen derartigen Einbruchsversuch gab. Das Unternehmen bestätigte allerdings, dass die Hacker in den Besitz einer Festplatte der italienischen MBDA-Tochter gelangt und so an die Daten gekommen sind.
Die Hacker-Gruppe, welche sich Adrastea nennt, hat Auszüge der Festplatte veröffentlicht und behauptet, neben Informationen zu geheimen Militärprojekten, technischen Details und Vereinbarungen, auch Mitarbeiterdaten zu besitzen. Wie die Festplatte in den Besitz der Kriminellen gelangte, ist unklar.
MBDA leht die Forderung der Erpresser ab und hat die italienischen Behörden in den Fall eingeschaltet. Weitere Details waren zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Nachricht nicht verfügbar.
Nachtrag vom 29. August 2022:
In russischen und englischen Hackerforen wurden Mitte August 2022 80 GB an Daten aus dem Vorfall für ca. 294.000 USD zum Kauf angeboten. Die Nato untersucht nun die Datenpanne in Bezug auf etwaige Sicherheitsverletzungen in den Netzwerken des Verteidigungsbündnisses.