Das deutsche Online-Medium NiUS wurde Opfer eines Cyberangriffs, der nach Angaben von NiUS-Chefredakteur Julian Reichelt im Mai oder Juni 2026 stattgefunden hat. Bereits im Juli 2025 gab es ein Datenleck bei NiUS, das Daten von 5.700 Abonnenten exponierte.
Unbekannte Täter exfiltrierten dabei rund 9 GB Daten aus den IT-Systemen des Mediums und stellten diese frei im Internet zur Verfügung. Darunter befinden sich personenbezogene Daten von rund 12.000 Abonnenten, unter anderem E-Mail-Adressen, Klarnamen, Wohnanschriften und in einigen Fällen Teile von Kreditkartennummern.
Aus dem Redaktionssystem wurden zudem 21.489 Beiträge sowie Details zu Gesprächspartnern der Redaktion entwendet, darunter auch Echtidentitäten von unter Pseudonym schreibenden Autoren sowie Daten von Politikern und Unternehmen. Das Recherche-Netzwerk Correctiv, das den Vorfall aufdeckte, bestätigte nach Stichprobenprüfungen die Authentizität der Daten.
NiUS meldete den Datenschutzvorfall am 6. Oktober 2026 beim Berliner Datenschutzbeauftragten. Reichelt kündigte eine Strafanzeige gegen unbekannt an.
In einem Artikel greift NiUS selbst Correctiv scharf an und unterstellt der Gesellschaft die Verheimlichung einer Straftat. Reichelt zufolge sei ersichtlich, dass die Redaktion von Correctiv den Datensatz schon länger gekannt haben müsse und sich diesen über Wochen ausführlich angeschaut habe. Zudem wird von NiUS die Steuerfinanzierung von Correctiv kritisiert. Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins Focus erhielt die gemeinnützige GmbH vom Familienministerium Fördermittel zur Bekämpfung von Desinformation.