Aktivisten des Kollektivs “Distributed Denial of Secrets“ (DDoSecrets) veröffentlichten am 19. Juni 2020 einen beinahe 270 GB großen Datensatz mit hunderttausenden Dokumenten von über 200 US-amerikanischen Polizeirevieren. Der als „BlueLeaks“ bekanntgewordene Datensatz enthielt intern zirkulierte Informationen, Berichte und E-Mail-Kommunikation und gewährte mitunter Aufschluss über die Überwachung von Protesten in sozialen Netzwerken durch die US-Polizei.
Zur Verbreitung des Datensatzes nutzten die Aktivisten dabei unter anderem einen Server des deutschen Unternehmens Hetzner, welches in der Nähe von Zwickau ein Datencenter betreibt. Nach einem Rechtshilfegesuch seitens der US-Behörden an die deutsche Justiz hatte die Staatsanwaltschaft Zwickau den Server am 3. Juli 2020 beschlagnahmen lassen.
Der DDoSecrets-Aktivistin Emma Best zufolge stellte der beschlagnahmte Server den „primären öffentlichen Download-Server“ von DDoSecrets dar, welcher ausschließlich zur Verteilung des Datensatzes verwendet wurde und über keine Verbindung zu den eigentlichen Datenquellen verfügte. Entsprechend befanden sich die Aktivisten nach der Beschlagnahmung weiterhin im Besitz der Dokumente.
Um die Verbreitung von BlueLeaks zu unterbinden, hatte der US-Kurznachrichtendienst Twitter am 23. Juni 2020 bereits den Account von DDoSecrets gesperrt. Bei der Sperrung berief sich Twitter auf Unternehmensrichtlinien gegen die Verbreitung von Dokumenten, die bei Cyber-Angriffen erbeutet wurden.