Experten des Vereins Netzbegründung entdeckten eine massive Sicherheitslücke bei der Bundeswehr, die bis zum Abend des 3. Mais 2024 bestand. Sie stellten fest, dass Videokonferenz-Links der Cisco-Software WebEx, die die Bundeswehr für ihre Meetings nutzt, öffentlich im Internet findbar waren. Betroffen waren mindestens 6.000 Konferenzen, deren Zugänge durch Hoch- und Herunterzählen von Zahlen in den nach dem gleichen Muster aufgebauten Links leicht auszumachen waren.
Einsehbar waren offenbar der Titel des Videomeetings, der geplante Zeitpunkt und die Person, die zu dem Meeting einlud. Dies beinhaltete auch Videoanrufe, die als vertraulich eingestuft waren. Außerdem waren die Konferenzen teils nicht passwortgeschützt, was es Unbefugten, die einmal an den Link herangekommen waren, ermöglichte, einer von ihnen ohne weitere Kontrolle beizutreten. Es besteht die Möglichkeit, dass auf diesem Wege das Treffen zu den Taurus-Marschflugkörpern im März abgehört wurde.
Die Bundeswehr selbst gibt an, dass über die Links nur Metadaten der Videotelefonate ablesbar seien und, dass die Lücke nun geschlossen sei.