Bei der App Stay Informed, die von über 11.000 Bildungseinrichtungen verwendet wird, ist es zu einer Kompromittierung der personenbezogenen Daten von 842.280 Nutzern gekommen. Die App wird vorwiegend von KiTas verwendet, um mit Elternteilen zu kommunizieren und verfügt unter anderem über eine Chat-Funktion.
Ein Sicherheitsforscher entdeckte laut einer Mitteilung eine ungeschützte Datenbank des Softwareunternehmens, die durch eine Fehlkonfiguration eines Webserver die Daten sämtlicher Kunden des Dienstes offenlegte. Das Unternehmen wurde umgehend nach der Entdeckung, am 18. März 2024, über das Datenleck informierte und schloss die Sicherheitslücke.
Der Umfang der Daten, die pro Nutzer kompromittiert wurden, unterteilen sich laut einer Aussage des Geschäftssführers der Stay Informed GmbH in drei verschiedene Gruppen.
1. Sämtliche Nutzer
Bei allen Nutzern der App wurden erstellte Avatare, PDF-Anhänge und Unterschriften kompromittiert.
2. Nutzer des Messengers:
Bei Nutzern der Chat-Funktion wurden zusätzlich Profilbilder kompromittiert.
3. 15% Der Kunden
Bei 15% der Kunden (alle Nutzern von 15% der Einrichtungen, die den Dienst nutzen) wurden ca. 1.500 CSV-Dateien kompromittiert. Diese Dateien enthalten personenbezogene Daten, vorwiegend von Minderjährigen, wie Namen, Geburtsdaten, Anschriften und teilweise auch Konfessionen, Informationen über den Impfstatus der Kinder, Notfallkontakte und Klassenlehrer.
Der Geschäftsführer äußerte des Weiteren, dass die ungesicherte Datenbank ihren Ursprung laut bisherigen Analysen irgendwo zwischen dem 20.10.2021 und dem 18.08.2023 findet und seitdem das Datenleck existierte.
Es gibt Hinweise, die für ein unbefugtes Ausnutzen der Sicherheitslücke sprechen. So konnnte das Unternehmen anhand von Log-Analysen herausfinden, dass der letzte Zugriff, der noch durch aktuelle Log-Dateien sichtbar ist, am 5. März 2024 stattfand.
Nachtrag vom 27.03.2024:
Das Unternehmen, das die App entwickelt, gibt nun an, noch mehr Fehlkonfigurationen entdeckt zu haben, die aber ebenfalls korrigiert worden seien. Eine vollständige Nachverfolgung möglicher unberechtigter Zugriffe ist aber aufgrund der Serverprotokolleinstellungen schwierig.