Die US Drug Enforcement Administration (DEA) untersucht derzeit Hinweise bezüglich eines Hackerangriffs, der bis zu 16 Datenbanken von Bundesbehörden kompromittiert haben soll. Nach Angaben von KrebsOnSecurity-Forschern könnte eine Gruppe von Cyberkriminellen damit in Verbindung stehen, die sich als Strafverfolgungsbeamte ausgeben, um Zugriff auf sensible Informationen zu bekommen.
Die Ermittler wurden vor wenigen Tagen auf eine Hackergruppe aufmerksam gemacht, deren Mitglieder einen Benutzernamen und das Passwort für das Law Enforcement Inquiry and Alerts (LEIA)-System besaßen. Dieses System ermöglicht die Verwendung von 16 Bundesdatenbanken der Strafverfolgungsbehörden in den USA. Eine Multi-Faktor-Authentifizierung war offensichtlich nicht vorhanden. Das FBI und das Justizministerium wurden eingeschaltet.
Den Sicherheitsforschern von KrebsOnSecurity liegen Screenshots vor, welche darauf hindeuten, dass die Hacker auf das El Paso Intelligence Center, eine der LEIA-Datenbanken, zugegriffen und dieses nach Aufzeichnungen über beschlagnamte Vermögenswerte durchsucht hatten.
Ein Anfangsverdacht besteht hinsichtlich der Verbindung zur Lapsus$-Hackergruppe sowie zu einem Kriminellen, welcher einen Dienst für gefälschte Notfalldatenanfragen anbietet. Dieser arbeitet mit gestohlenen E-Mail-Konten von Strafverfolgungsbehörden, welche von Betrügern dazu verwendet werden, sich als Ermittlungsbeamte auszugeben und so sensible Informationen bei Unternehmen abzufragen.
Nachtrag vom 19.06.2024:
Im Mai und Juni 2023 bekannten sich Sagar Steven Singh und Nicholas Ceraolo der Tat schuldig. Die beiden Mitglieder der Hacker-Gruppe ViLe führten die Attacke aufgrund von Erpressungsabasichten durch. Ihnen drohen bis zu sieben Jahre Haft.