Am 12. Juli 2024 gab der US-amerikanische Telekommunikationsgigant AT&T bekannt, Opfer einer Supply Chain-Attacke geworden zu sein. Der Angriff habe Anrufsprotokolle von 109 Millionen Kunden des Anbieters getroffen, was fast die komplette Kundschaft umfasst. Betroffen sind Protokolle aus der Zeit vom 1. Mai bis 31. Oktober 2022 sowie vom 2. Januar 2023.
Die extrahierten Protokolle enthalten Telefonnummern von Festnetz- und Mobilfunkkunden und Nummern, mit denen diese interagierten, sowohl durch Anrufe als auch über SMS. Zudem wurde die Zahl der Interaktionen sowie die monatliche Gesamtdauer an Anrufminuten ausgelesen. Zum Teil konnten auch die Ortungsdaten von Mobilfunktürmen, mit denen eine Nummer verbunden war, abgegriffen werden.
AT&T zufolge fand der Zugriff auf die Daten zwischen dem 14. und 25. April 2024 statt. Bei dem Drittanbieter, der attackiert wurde, handelte es sich offenbar um Snowflake.
Nachtrag vom 15.07.2024:
Der Täter erklärte gegenüber WIRED, dass AT&T bereits im Mai Lösegeld gezahlt habe, damit er die gestohlenen Daten löscht. Das Unternehmen habe dafür umgerechnet 373.646 USD in Bitcoin (5,72 BTC) gezahlt.
Update vom 16.07.2024:
Es sind möglicherweise auch Kunden anderer Anbieter, die mit AT&T zusammenarbeiten, betroffen. Boost Mobile, Cricket Wireless, Straight Talk Wireless und H2O wurden namentlich genannt.
Nachtrag vom 13.06.2025:
Am 15. Mai und erneut am 3. Juni 2025 veröffentlichten Hacker den gesamten Datensatz aus dem 2024 geschehenen Angriff. Die Datenbank umfasse Informationen von 86 Mio. AT&T-Kunden - mehr als von den Tätern angepriesen. Diese sprechen in ihren Posts von 70 Mio.
Nachtrag vom 23.12.2025:
In einer Sammelklage mit einer Streitsumme von 177 Mio. USD hatten Betroffene bis zum 18. Dezember 2025 Zeit, um ihren Anspruch geltend zu machen.